Klein.Laut.Folgen |
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Samstag, 6. Februar 2016
Und da kommt ...
kleinlautfolgen, 01:20h
... sie auf einmal. Diese Tür. Eine formale Initiativ-Bewerbung und eine Unterschrift bin ich entfernt von der potentiell liebsten Arbeitsstelle des letzten Jahres. 25 Stunden, gutes Geld, planen, organisieren, auch was mit Menschen aber nicht ausschließlich. Ja, es ist die Ferienspielstelle. Wegen ihr habe ich mich vor einem Jahr für die große Stadt entschieden. Zumindest ein wenig. Und es macht bisher noch so garnichts mit mir. Und das fühlt sich gut an, weil ich wieder einmal verstehe, dass der Weg das Ziel ist. Mal schauen, was da in den nächsten Wochen so vor sich geht - es wird in jedem Fall nicht langweilig. Meine Woche unerwartet voll. Mit wenig Schlaf aber gutem Essen und nem Kidsjob und dazu eine Nachtschicht, mal wieder auf einer Till Schweiger-Tatort-Premiere. Dazu die neue Brille abholen und die Lebensqualität von Augen ohne Kontaklinsen wieder neu für mich definieren können. Und die Wohnung zu meiner machen, und Holz-Hackschnitzel mit dem Fahrradanhänger durch die Straßen kutschieren und im Garten verteilen, und Tickets fürs X-Jazz-Festival besorgen mit Me and my Drummer, und Nightmares on Wax (yeah) und Bugge, und meinen neuen Kellerraum genießen und tolle Telefonate führen und heut zum Abschluss ein wunderbarer Schwesternabend. Der mich so großes Vertrauen haben lässt in das Leben. In Lebenswege. Ins Leuchten auf so unterschiedliche und doch ähnliche Art und Weise. Vom Stolz der großen Schwester erfüllt verweile ich nun rauchend und schlürfend in meiner Küche. Dazu tief erschöpft. Morgen dann den Kopf auf Vordermann bringen und brunchen mit dem Superkoch und dann Mittagschlaf und dann tanzen fahren, aufs Fusiongelände, mit Zug und Rad - na ich bin ja gespannt darauf, ob wir diesen Plan tatsächlich durchziehen. Vielleicht auch einfach hier tanzen gehen. In jedem Fall schlafen. Sofort.
... link (0 Kommentare) ... comment Samstag, 30. Januar 2016
Eine Woche ...
kleinlautfolgen, 01:01h
... bin ich nun wieder da. Es fühlt sich an wie drei Monate. Sofort werde ich von alten Mustern heimgesucht. Zu viel. Zu viel von allem. Zu viel Arbeit. Zu viele To-Do-Punkte. Zu viele Treffen. Zu viel Essen. Zu viel Input. Natürlich auch viel "geschafft" - neue Schlüssel besorgt, Henna in die Haare, FA-Termin, gekocht, den Einkauf erledigt, die Wohnung geputzt, mal wieder Wissenschaft gelesen und gedackt, ne Brille besorgt, schwimmen gewesen, vier Tage gearbeitet - mehr wohl vier Nächte. Morgen noch das BA-Gutachten schreiben - zum Glück nicht arbeiten.
Bei nahezu allem habe ich das Gefühl nicht ganz da zu sein. Das Bahnen ziehen im Schwimmbecken, das war gut. Morgen am besten gleich wieder - nicht labern einfach mal machen. Der Februar sieht arbeitsmäßig voll aus. Ich muss Geld verdienen, mag "Schulden" zurückzahlen - meinem Schwesterherz ein gutes Gefühl machen für ihre Zeit in Schweden. Ich hoffe wir schaffen es noch einmal uns zu sehen bevor die junge Dame in die große weite Welt hinauszieht. Ich habe es im Gefühl, es wird sich so viel bewegen in diesem noch so jungen Jahr. Ein Anfang ist gemacht. Die längst überfällige Entscheidung den Chor zu verlassen, meinen "Managerposten" garnicht erst anzutreten, das Herzensprojekt der letzten Jahre hinter mir zu lassen - eine lange Mail, bis heut keine Antwort. Es wird wohl auch keine kommen. Gut. Seinlassen. Der Leuchtemensch antwortet, warm und vertraut und verständnisvoll. Ich kann es nicht erklären, was die letzten Tage da in mir brodelt - in jedem Fall spüre ich das Gefühl Zeit für mich zu brauchen. Ganz allein. Wenn der Kinderjob nächste Woche nicht stattfindet dann wird es wohl viel Ich-Zeit geben. In einer leeren Wohnung. Ungewohnt wird das werden. Ein neues Schlüsselband bauen, ein bisschen Kunst auf Stoff zusammenbauen, den Tarantino anschauen, Zahnarzt-Termin, ein bisschen arbeiten, schwimmen und laufen gehen, einen neuen Drachen besorgen. Mich im wohlfühlen mit mir üben. Weiterhin. Nich in Hektik verfallen, bei mir bleiben. Hier der letzte RA-Podcast von Herrn Jaar: https://soundcloud.com/brokenhouse/nicolas-jaar-ra500-122015 Ab in die Koje. Mit Wolfsbuch lesen. ... link (0 Kommentare) ... comment Dienstag, 26. Januar 2016
Zurück im ...
kleinlautfolgen, 03:09h
... alten Leben. Im Leben vor meiner Reise. Seit drei Tagen bin ich wieder in der großen Stadt. Drei Wochen Abenteuer liegen hinter mir. Mit geklauten Sachen, mit Freunde finden, Rotwein, leckerem Essen, tollen Aussichten, keinen Fotos, Atmen, leuchten, treiben lassen, bei mir sein, nicht bei mir sein, mit Sprachspielen, mit Komfortzonen verlassen zu Hauf, mit Grenzen ziehen und gleichzeitig überwinden, mit der Erkenntnis weiter reisen zu wollen - bis zum Horizont und zurück, immer und immer wieder - mit dem Gefühl von verloren sein und dabei Sicherheit zu empfinden, mit vielen Zigaretten und Joints, mit toller Musik, und Meer und Treibgut, und lesen und schreiben. Mein Buch ist voll.
Am Meer Klare Luft, von Salz getränkt, ein Rauschen, ein Krachen, Holz, wie Finger verschränkt. Wolken, die sich jagen, am Horizont ein gleißendes Licht, nichts wollen nichts sollen, nach Atem ringend, Leben im Gesicht. Sprachspiele die sich überschlagen, mit Händen und Füßen zum Ziel. Fluent in nothing, Lächeln reicht und sagt so viel. Momente des Selbst bis zum Umfallen genießen. Die Ruhe mit mir, Ideen die sprießen. Zart, hauchdünn, noch kaum zu fassen, in Worte schon garnicht, ich kann es schwer lassen. Das Meer trägt Wälder, ganze Welten mit sich. Schwarz, bunt, hell Plastik, Holz, Metall, verstreut vom Sand gefressen, von der Flut getragen, erzählen Geschichten von ihnen zu erzählen mag ich nicht wagen. Du treibendes Gut, wie habe ich dich in mein Herz geschlossen. Das Meer nimmt und gibt es wieder, zurück zu denen, die Klagelieder und eine Schwere in diese Welt tragen, geführt von den Wellen des Lebens, unter ihnen zerborsten zugleich, suche so viele vergebens, das Ufer bleibt immer "vielleicht". Schon heut sind die vergangenen Tage und Erlebnisse so unendlich weit entfernt. Zwei Arbeitsschichten, eine trublige Wohnung, ein Herzensbesuch und schwupps ist meine Tiefenentspannung dahin. Zugleich ist sie in mir. Schwer zu beschreiben. Braucht es auch nicht. Zwei Dinge habe ich entschieden. 1. Ich werde den Chor hinter mir lassen und morgen eine lange Mail verfassen und mich befreien. Ich mag und kann nicht in dieser Konstellation arbeiten, da sein, Kraft geben, leuchten. Ich kann einfach nicht, auch wenn mein innerer Kritiker mich zerreißt. Eine Stimme in mir sagt es ist Zeit zu gehen. 2. Ich werde keine Ferienspiele im Sommer machen und mich aus dem Kinderbetreuungsjob bis auf wenige Ausnahmen zurückziehen. Ich habe meinen Job zum Geld verdienen und die Herzensstimme wird sich melden, wenn es Zeit dafür ist. Beide Erkenntnisse machen mich schon heut leichter, auch wenn die Kommunikation dieser Entscheidungen noch auf mich wartet. Spätestens am Wochenende werde ich noch ein Stück freier sein und weiter tief durchatmen können. Ein ähnliches Gefühl macht sich breit, wenn ich an ein paar Menschen in meinem Leben denke. Gute Freunde, die doch in meine Vergangenheit gehören und nicht ins jetzt. Loslassen, immer weiter loslassen und mutig und vertrauensvoll Stück für Stück voranschreiten. Daneben weiß ich mehr denn je, dass alles gut ist. In den letzten Wochen habe ich so viele Menschen getroffen, die in eine ähnliche Richtung schauen und ich habe mich verdammte scheisse so traumhaft normal gefühlt. So aufgehoben. Das Leben. "Nur Blüten die verwelken, tragen Früchte." Dies meine erste Street-Art-Entdeckung seit ich zurück bin. Die letzten Wochen schlendern durch Lyon, Bordeaux, Porto und Lisbon haben meinen Blick weiter sensibilisiert. Ich mags. ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2021.06.01, 13:25 status
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